Fortführung der Projektarbeit am BG des BBZ Schleswig ab dem Schuljahr 2011/12

Thomas Hill   




Einleitung

Drei Jahre hat Einführungsphase der fächerübergreifenden Projektarbeit am BG (Schuljahre 2008/9 – 2010/11) gedauert. Bei diesen Projekten sind immer mindestens drei Fächer beteiligt, die mit dem Projekt jeweils eine Klausur ersetzen (vgl. Landesverordnung über das Berufliche Gymnasium  (BGVO), § 10).

Wie von Anfang an vorgesehen, ist durch die Fachgruppe Projekt und das Inno-Team am 14.6.2011 eine Bilanz dieser dreijährigen Einführungsphase gezogen worden und sind auf Grundlage dieser Evaluation Beschlüsse gefasst worden, die zu einer dauerhaften Implementierung der Projekte im Unterricht des BG führen sollen. Im Folgenden werden die Ergebnisse vorgestellt.


1. Anzahl und Termin der Projekte

Bisher ist jeweils ein fächerübergreifendes Projekt pro Jahrgang durchgeführt worden: 11. und 12. Jahrgang im Spätsommer bzw. Herbst, 13. Jahrgang im Frühjahr nach den Osterferien (nur einmal). Für den 13. Jahrgang ist im Frühjahr dieses Jahres wegen der Abiturvorbereitungen, Klausuren und der späten Oster- und relativ frühen Sommerferien ein großer Zeitdruck entstanden.

Viele Rückmeldungen der Lehrkräfte haben dies gezeigt. Die Projekte sind regelrecht in kurze Zeiträume nach dem schriftlichen Abitur und vor den Osterferien bzw. nach den Ferien und vor den Vorbereitungen für das mündliche Abitur reingequetscht worden. An dieser Situation wird sich in Zukunft auch grundsätzlich nichts ändern, da jetzt fünf Prüfungen im Abitur zu absolvieren sind und das Zentralabitur in Deutsch, Mathematik und Englisch bei der Vorbereitung weniger Spielraum lässt. Vor diesem Hintergrund wird folgender Beschluss gefasst:

1.      Die Anzahl der Projekte wird auf minimal zwei festgelegt.

2.      Dabei legen die Klassenteams in der 11. Klasse fest, welche Lehrkräfte die Projekte betreuen und wann diese stattfinden. Es wird empfohlen, diese Projekte im 11. und 12. Jahrgang durchzuführen.

Die Durchführung der Projekte des 11. und 12.Jahrgangs im Herbst hat zu großem Termindruck geführt, insbesondere im 11. Jahrgang mit den Einführungstagen nach den Sommerferien und der Skifahrt vor den Weihnachtsferien. Daher wird eine Terminverschiebung beschlossen: Die Projektwoche des 11. Jahrgangs soll in der letzten Woche des ersten Halbjahres liegen, die des 12. oder ggf. 13. Jahrgangs in der ersten Woche des zweiten Halbjahres. Die Projektergebnisse sollen auch im 11. Jahrgang zu Beginn des zweiten Halbjahres präsentiert werden.   


2. Didaktisches Gesamtkonzept

Das bisher vorliegende Gesamtkonzept wird modifiziert: Im 11. Jahrgang sollen – wie bisher - die Teambildung und v.a. das methodische Arbeiten gefördert werden. Diese Schwerpunktsetzung hat sich bewährt. Damit soll die Basis für die Projekte im12. und ggf. 13. Jahrgang gelegt werden.

Zu diesem Zweck soll die Fachgruppe Projekt ein Papier entwickeln, das Standards für ein an der Wissenschaft orientiertes Arbeiten und deren Präsentation enthält. Im 12. bzw. 13. Jahrgang soll es dann um Projekte gehen, bei denen die Fach- oder Selbstkompetenz im Vordergrund steht:

      

11. Jg.

12. Jg. ( 13. Jg.)

Intention




„Wir arbeiten im Team und lernen methodisch.“

Fachprojekte mit beruflichem Bezug

„Wir gestalten unsere Zukunft, übernehmen Selbstverantwortung!“

Schwerpunkt-kompetenzen

Methoden- und Sozialkompetenz

Sachkompetenz 

Selbstkompetenz

Planung




Die am Projekt beteiligten Lehrkräfte planen das Projekt, bei dem Teamarbeit und methodisches Arbeiten im Vordergrund stehen sollen. 

Die im Projekt engagierten Lehrkräfte initiieren und planen möglichst mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler das Projekt, das fachlichen Fragestellungen gewidmet sein soll.

Die Vorbereitung der Projekte soll durch die Schülerinnen und Schüler erfolgen, die Lehrkräfte fungieren als Berater/Coaches.



     

3. Durchführung der Projektwochen und Freistellung der Lehrkräfte

Für die Rahmenbedingungen der Projektwochen (zentrale Verteilung der EDV, Ausstattung und Besetzung des Projektbüros) ist wie bisher die Fachgruppe Projekt zuständig. Aber das Projektteam kann nicht alles regeln, so ist es sinnvoller und einfacher zu regeln, wenn die Lehrkräfte, die ein Projekt betreuen, sich auch darum kümmern, dass ihre Schüler die Räume zur Verfügung haben, die sie benötigen. 

Ähnlich verhält es sich beim Dauerbrenner der Projektwochen, der Freistellung der an den Projekten beteiligten (drei) Lehrkräfte, besonders bei der Präsentation. Die Kolleginnen und Kollegen, die das Projekt betreuen, sollen – wenn  nötig - für den Präsentationstag Vertretungspläne schreiben und sich durch Lehrerinnen und Lehrer, für die in den Projektwochen Unterricht ausfällt, vertreten lassen, damit sie an der gesamten Präsentation teilnehmen können.

Es wird empfohlen, dieses Prinzip auf die gesamte Projektwoche anzuwenden, so dass die Kolleginnen und Kollegen, die die Projekte betreuen, möglichst jeden Tag in dem Projekt zumindest zeitweilig anwesend sein und die Schülerinnen und Schüler beraten können.

4. Bewertung der Projekte

Die Fachgruppe Projekt hat Material zur Bewertung der Projekt auf ihrer Teamseite im Intranet abgelegt, das die Bewertung des Projektprodukts und der Projektreflexion seitens der Lahrkräfte von der Bewertung des Projektprozesses durch die Schülerinnen und Schüler trennt und das sich bei vielen Projekten bewährt hat. Wichtig ist, dass den Schülerinnen und Schülern vor Beginn des Projektes die Bewertungskriterien bekannt sind und die Lehrerinnen und Lehrer sich auch bei der Beurteilung danach richten.

Die Bewertung der Projekte muss weiter praxisnah diskutiert werden und sollte ggf. auch wieder Gegenstand einer Fortbildung werden.  

5. Projekte und Tag der beruflichen Bildung

2009 und 2010 wurden beim Tag der beruflichen Bildung Projekte vorgestellt bzw. die Projektergebnisse präsentiert. In beiden Fällen waren die Projekte kurze Zeit vorher durchgeführt worden.

Die Projektpräsentationen sind eine Bereicherung für den Tag der beruflichen Bildung gewesen. Aber bei der Neuregelung, nach der die Projekte Ende Januar und Anfang Februar liegen, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll und überhaupt möglich ist, am Tag der beruflichen Bildung, der in der Regel Ende Oktober oder Anfang November stattfindet, die Projekte - oder auch nur besonders gelungene Projekte - noch vorzustellen.

Hier ist noch keine Entscheidung gefallen.  

Schluss

Die getroffenen Entscheidungen ruhen auf der Auswertung der bisherigen Projektarbeit am BG. Das übergeordnete Ziel der hier vorgestellten Planungen ist, der Projektarbeit am BG mehr Frei- und Spielraum zu gewähren. Damit soll zum einen die eigentliche Projektidee eines selbstständigen, teamorientierten, fächerverbindenden und lebensnahen Lernens umgesetzt werden und zum anderen soll dadurch die unabdingbare Akzeptanz der Projekte innerhalb des Kollegiums erhöht werden.

Aber auch in Zukunft wird es nötig sein, die Projektarbeit gründlich zu evaluieren und daraus Konsequenzen für die Praxis im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zu ziehen. Diese Begleitung der Projektarbeit wird neben der Organisation der Projektwochen weiterhin eine Aufgabe für die Fachgruppe Projekt sein.

 

Dr. Thomas Hill

Schleswig, den 15.6.2011