Dr. Thomas Hill





PD Dr. Thomas Hill, geb. 1959, war wissenschaftlicher Angestellter und Assistent am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Lehrer am Berufsbildungszentrum Schleswig;

Interessensschwerpunkte: mittelalterliche Geschichte, Regionalgeschichte  - besonders Schleswig-Holsteins und Norddeutschlands, Geschichtskultur und Entwicklung des Geschichtsbewusstseins, z.B. in Form von Denkmälern, in den Lernorten Museum und Ausstellung oder in historischen Vereinen.

 

Projekte in der Schule:

Bei (Geschichts-)Projekten interessiert mich zur Zeit besonders die Frage nach der Umsetzung der (großen) Projektidee in der Schulrealität. Meine Antwort ist ein Plädoyer für eine „realistische Projektarbeit“ – damit ist u.a. Folgendes gemeint:

  • die Rahmenbedingungen eines Projektes sind zu berücksichtigen, z.B. wie viel Zeit wirklich zur Verfügung steht,
  • Berücksichtigung der Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler,
  • Bedeutung des Projektplanes und seiner Einhaltung,
  • zielorientiertes Arbeiten.

In diesem Zusammenhang beschäftigt mich auch die Bewertung der Projektarbeit und des Produkts.

Projekte im Geschichtsstudium:

Mehrere Jahre hab ich die Initiative HIP (Historiker in der Praxis) am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität betreut, die von Prof. Dr. K-H- Pohl geleitet wird und die das Geschichtsstudium praxisnäher gestalten und den Studierenden bei der Berufsfindung und dem Berufseinstieg helfen will. Im Mittelpunkt der Aktivitäten von HIP steht die Projektarbeit.

Für HIP-Projekte sind zwei Eigenschaften konstitutiv: Zum einen werden sie in der Regel mit außeruniversitären Partnern durchgeführt: dem Kieler Stadtmuseum, dem Landesarchiv Schleswig-Holstein, dem Schleswig-Holsteinischen Landtag, einem Zeitungsverlag, der Bundeswehr usw. Zum anderen sind HIP-Projekte immer produktorientiert. Lehrende und Studierende erarbeiten in einem Projekt gemeinsam auf wissenschaftlicher Grundlage ein Produkt, das in der Öffentlichkeit präsentiert wird. HIP arbeitet überwiegend mit auswärtigen Institutionen und Einrichtungen zusammen, die sich von den Studierenden eine bestimmte Leistung erwarten und diesen einen Arbeitsauftrag übertragen, der fristgerecht zu erfüllen ist. Daher kann HIP es nicht beim Simulieren der Praxis belassen.

Insgesamt bietet die Projektarbeit die Chance, fachwissenschaftliche Ausbildung und Vorbereitung auf den außeruniversitäre Berufsalltag sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Aber auch Grenzen sind deutlich: HIP-Projekte stellen mit ihrem ausgeprägten Praxisbezug eine „Grenzform“ der Hochschullehre dar, sie bleiben dennoch immer Lehrveranstaltungen, die der Semesterstruktur des akademischen Unterrichts folgen müssen.


Veröffentlichungen:

Hg. zusammen mit Karl Heinrich Pohl: Projekte in Schule und Hochschule. Das Beispiel Geschichte, Bielefeld 2002, 223 S., Abb.

Erfahrungen mit Projekten im Studium. Das Beispiel HIP (Historiker in der Praxis), in: Projekte in Schule und Hochschule. Das Beispiel Geschichte, hrsg. v. Thomas Hill und Karl Heinrich Pohl (Hg.): Bielefeld 2002, S. 92-110.

„Wie bringe ich Leuten etwas bei, die vom Thema nichts wissen wollen“. Zur Betreuung der Neuen Wehrmachtsausstellung in Neumünster durch die Kieler Initiative HIP (Historiker in der Praxis), in: Demokratische Geschichte 16 (2004), S. 295-306.

Projekte an der Hochschule – das Beispiel HIP: „Historiker in der Praxis“ (mit einem Erfahrungsbericht von Ole Hagemann), in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 2006, Heft 4, S. 237-246.

Wie gelingen Projekte? Ein Plädoyer für realistische Projektarbeit, in: Geschichte und Geschichtsvermittlung. Festschrift Karl Heinrich Pohl, hrsg. v. Olaf Hartung, Katja Köhr, Bielefeld 2008, S. 230-245.

Kontakt:

Hill-Kiel@t-online.de