Willy-Brandt-Schule, Kassel


Diese Schule ist eine berufliche Schule mit ca. 2000 Schülern und 100 Lehrern.

Wie Schulentwicklung im Bereich Projektkultur aussehen kann, zeigt eine qualitative Untersuchung an dieser Schule in Kassel: „Stationen der Entwicklung einer Projektkultur an der Willy-Brandt-Schule“. Diese ist im Jahr 2006 hervorgegangen aus dem Fortbildungs-Modul „Projektdidaktik“ innerhalb der Ausbildung zur „BeraterIn für Demokratiepädagogik (BLK-Programm)“ und aus den Erfahrungen aus einem Erkundungsprojekt an Laborschule und Oberstufen-Kolleg (Juni 2006).

Deutlich wird in dieser Studie, wie die Einführung bestimmter Elemente von Projektkultur demokratische Schulentwicklung anstößt und befördert und wie ein Projekt zum Projektlernen umgesetzt wurde. Zunächst wurde im Rahmen des BLK-Programms eine „Projektsteuergruppe“ gebildet, die für die Koordination einzelner Teilprojekte und die Leitung der jeweiligen Arbeitsgruppen zuständig war.

Da bis dahin nur sporadisch Projekttage ohne didaktische Einbindung in das Schulprogramm und ohne die nötige Ernsthaftigkeit durchgeführt worden waren, initiierte die Projektsteuergruppe eine Befragung der Schüler und Lehrer zur demokratischen Gestaltung von Schule und Unterricht. Daraus entstand eine Projektwoche mit einem Aktionstag zum Thema: „Schule, unser Lebensraum“, um erste Ideen aus der Befragung in die Praxis umzusetzen.

Als nächsten Schritt wurden schulinterne Lehrerfortbildungen zur Projektdidaktik unter Anleitung eines externen Experten mit Erfolg durchgeführt. Aus diesem Prozess heraus erfolgte die Gründung einer „AG Projektarbeit“ mit acht Lehrerinnen und einem von Schülern betreuten „Projektbüro“, das für die Organisation während der Projektwoche zuständig war.

Schließlich wurde die Unterrichtsart verbindlich einmal im Schuljahr installiert und nur für die Berufsfachschule mit den obligatorischen Projektprüfungen verknüpft. Die Projekttage ließen sich bisher leider nur in den „Vollzeitschulformen“ durchführen.

Ziel der Projekte soll demnach sein, „demokratische und individuelle Handlungskompetenzen“ zu fördern.

Die Leiterin der Steuergruppe wurde zur Weiterqualifizierung in das Modul Projektdidaktik im BLK - Programm abgeordnet, um sich dort als Beraterin für Demokratiepädagogik fortzubilden. Sie brachte die dort gewonnenen Impulse zur Weiterentwicklung von Projektkultur an ihrer Schule gewinnbringend ein: u.a. das Rolff’sche Modell der Schulentwicklung mit seiner Dreiheit von Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung, um organisatorische Partizipation, projektdidaktische Methoden, externe Netzwerkbeziehungen u.a. Elemente einer demokratischen Schule und Projektkultur voranzubringen. (Gruber 2006, S. 2ff.).

Literatur: Gruber, Sonja: Stationen der Projektkultur an der Willy-Brandt-Schule Kassel, (Manuskript) 2006





siehe auch: http://www.wbs-kassel.com