Oberstufen-Kolleg, Bielefeld


Im Oberstufen-Kolleg gibt es seit Gründung der Institution zu Beginn der 70iger Jahre eine lange Tradition der Projektarbeit. In regelmäßigen Projektphasen und als Baustein im Kursunterricht in einzelnen Studienfächern (Pädagogik, Geschichte u.a.) ist die Projektarbeit verankert.

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung des Oberstufen-Kollegs bietet eine gute Basis für die organisatorische, didaktische und methodische Umsetzung des Projektunterrichts. Darin wird die pädagogisch-didaktische Zielsetzung der Projektarbeit so beschrieben: „Projekte sind problem- und praxisorientiert. Sie ermöglichen handelnde Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis und Problemen der gesellschaftlichen Wirklichkeit sowie ästhetische Gestaltung und Erfahrung auch in Kooperation mit außerschulischen Partnern."

Organisatorisch sind die Projekte an Sequenzen der Studienfächer, der fächerübergreifenden Grundkurse oder der Fremdsprachenkurse angebunden, eines kann auch frei gewählt sein. In der Qualifikationsphase (12. u. 13. Klasse) müssen die Kollegiaten und Kollegiatinnen an mindestens zwei Projekten teilnehmen. An Stelle der fachbezogenen Projekte treten teilweise, wie z. B. im Fach Geschichte, im Curriculum verankerte Exkursionen, die projektorientiert gestaltet werden. Vom zeitlichen Volumen her sind die Projekte zweiwöchig mit je 30 Stunden pro Woche angelegt.

Die formale Bedeutung der Projekte zeigt sich einmal beim Übergang in die Qualifikationsphase. Es müssen in der Eingangsphase (Klasse 11) zwei Projekte belegt und bestanden sein. Außerdem muss bei der Zulassung zur Abschlussprüfung das Belegen und Bestehen von zwei weiteren Projekten nachgewiesen werden. In jedem Projekt müssen zwei Leistungsnachweise angefertigt werden. Davon ist einer ein ausführlicher Reflexionsbogen, der zweite ist in der Regel der Beitrag zum Produkt. In die Abitur-Vornote kann auch eine benotete „schriftliche Projektdokumentation" eingehen. Die Note wird auf dem Reflexionsbogen festgehalten.

Die Organisation der zweiwöchigen Projektphasen verläuft in mehreren Schritten und wird durch eine AG Projekt verantwortlich geleitet und fortentwickelt. Zu Beginn gibt es eine Ideensammlung – sowohl von Lehrer und Lehrerinnen wie Schüler und Schülerinnen – an einer gut sichtbaren Stelle im Schulgebäude. Für die konkrete Beantragung wird eine Projektskizze erstellt. Mit einem Checkblatt  wird der Rahmen für das geplante Projekt abgesteckt. Im Hearing (durch die AG Projektarbeit organisiert) werden dann auf der Grundlage dieser Projektbeschreibung die Ideen und Vorstellungen besprochen,  Anregungen oder Hilfestellungen gegeben und Formalia (z. B. Raum, Mittel, Belegzahl) geklärt.

Gleichzeitig dient der Text der Projektskizze auch für den Aushang am Projekt-Brett, so dass sich die Kollegiaten und Kollegiatinnen für die Projektwahl informieren können. Am Ende der zweiwöchigen Projekte steht als Abschluss ein Produkttag, an dem alle Gruppen ihre Ergebnisse der Schulöffentlichkeit und Besuchern präsentieren. Dieser Tag ist ein zentraler Teil des Schullebens am Oberstufen-Kolleg.

Der Projektunterricht am Oberstufen-Kolleg steht also gleichberechtigt, aber  zeitlich begrenzt, neben den anderen Unterrichtsformen und ist für die jungen Erwachsenen eine wichtige und beliebte Lerngelegenheit.

Zu dem Organisationsablauf und der Projektkultur gibt es einen kurzen Lehrfilm, der am Oberstufen-Kolleg Bielefeld, Universitätsstr.23, 33615 Bielefeld bei Frau Christina Thomas, angefordert werden kann.





siehe auch: http://www.uni-bielefeld.de/OSK/