Projektkultur an der Max-Brauer-Schule Hamburg

Wolfgang Emer / Karlheinz Goetsch


Eine Schule mit entwickelter Projektkultur ist die Max-Brauer-Schule in Hamburg (MBS) (www.max-brauer-schule.de). Hier spielt Projektunterricht eine zentrale Rolle im Konzept der Lerngelegenheiten. Besonders in der Sekundarstufe I, der „Neuen MBS“, sind Projekte eine der vier Lernbereiche neben „Lernbüro“, „Werkstätten“ und „außerschulischen Lernorten“.

Der herkömmliche Fächerkanon ist zugunsten dieser neuen Unterrichtsstruktur abgeschafft und stellt „die konsequente Individualisierung“ in den Mittelpunkt des Unterrichts. [1]

Während im Lernbüro Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Arbeitstechniken vermittelt werden, dienen die Werkstätten der Entfaltung von Kreativität und Kultur, die Projekte schließlich dem gemeinsamen Handeln und Begreifen von Zusammenhänge.

Sie sind zudem verzahnt mit den außerschulischen Lernorten, wo Langzeit- Projekte ( wie z.B. ein sechswöchiger Segeltörn durch die Ostsee, eine mehrwöchige Ochsentour von Dänemark nach Hamburg oder eine dreiwöchige Radtour entlang der Elbe) durchgeführt und Berufsorientierung vermittelt werden können.

Die Ergebnisse der Projektarbeit werden am Ende jedes Projekts der Schulöffentlichkeit  einschließlich der Elternschaft vorgestellt und erlangen so einen zusätzlichen „Gebrauchs- und Mitteilungswert.“

Während für die Projekte in der Sekundarstufe I etwa ein Drittel der Unterrichtsstunden zur

Verfügung steht, ist der Umfang in der Oberstufe durch die vorgegebenen Auflagen der KMK

natürlich geringer geworden. Aber die MBS setzt auch hier vorwärtsweisende Akzente für eine entwickelte Projektkultur. So sind in den Jahrgängen 11 und 12 Projekte fester Bestandteil der Ausbildung.

In der 11. Klasse werden Methoden des Projektlernens wie z.B. Präsentieren und Auswerten vermittelt und in je einer Woche vor den Herbstferien sowie im Mai umgesetzt.

In Klasse 12 wird projektartiges Lernen in sogenannten „Profilreisen“ realisiert. Hierbei geht die Organisation von den drei jeweiligen Profilen wie „Kommunikation“, „Sprachen und Kulturenvielfalt“ sowie „Umwelt“ aus und vermeidet das Konzept einer üblichen Studienfahrt, indem die Reise als projektartiges Lernen organisiert ist.

Die Ergebnisse werden später dem gesamten Jahrgang präsentiert. Die Präsentationen werden als gleichgestellte Arbeiten in den jeweiligen Fächern (LK Biologie, LK Deutsch, LK Kunst, LK Geographie, LK Geschichte, LK Englisch) bewertet.

Projektunterricht hat also in der MBS auf der Basis einer breiten Projektarbeit in der Sekun-

darstufe I auch in der Oberstufe seinen ernsthaften und bedeutsamen Platz im Kontext der

Lerngelegenheiten einer lebendigen Schule für junge Erwachsene.



[1] Vgl:  Die Neue MBS (Max Brauer Schule Hamburg), Hamburg 2005 (Broschüre 15 Seiten)





siehe auch: aktuelle Projekte der Max Brauer Schule, Hamburg